Die Sente-Kennzahlen
Sechs Kennzahlen.
Keine davon für Ihren Chef.
Sechs Kennzahlen, die zeigen, ob Sie für Ihre Entscheidungen noch die Initiative besitzen – oder eher reagieren müssen.
Sie messen Ihr Verhalten, nicht den Erfolg. Sie sagen Ihnen, wie Sie entscheiden – nicht, ob die Entscheidung richtig war oder ob Ihre Organisation dadurch besser dasteht. Wer sie als Erfolgskennzahl behandelt, missbraucht sie. Doch zur systematischen Beobachtung Ihres Führungs-und Entscheidungsverhaltens sind sie einfach ermittelbar und äußerst hilfreich. Sie legen selbst fest, ob ihr Führungsverhalten Ihrem Anspruch gerecht wird.
Der Zusammenhang
„Sente“ ist kein Prinzip, sondern das initiative Verhalten,
die alle fünf Prinzipien gemeinsam erzeugen sollen.
Das Sente-Modell beschreibt fünf Perspektiven auf die Frage, was "am Montagmorgen" als Nächstes zu tun ist. Die Kennzahlen machen daraus etwas Nachprüfbares: Zu jedem Prinzip gehört eine Zahl, die sich in wenigen Minuten erheben lässt — und über allen steht eine gemeinsame Zahl, weil alle fünf Prinzipien am Ende dasselbe erzeugen sollen: erfolgreich die Initiative zu behalten. Deshalb steht die Sente-Quote über den anderen und nicht neben ihnen.
Es gibt dabei keinen absolut „guten“ Zahlenwert. Es gibt nur Ihren Wert, seine Tendenz über die Zeit und den Abstand zu dem, was Sie eigentlich vorhatten. Deshalb steht bei keiner dieser Kennzahlen ein Zielwert, denn er ist abhängig von der Position einer Führungskraft: Eine Betriebsleitung, die zu achtzig Prozent eher reagiert, arbeitet möglicherweise völlig richtig; eine strategische Rolle mit demselben Zahlenwert nicht.
Hauptkennzahl
Die Sente-Quote
Wie viel Ihrer Arbeitszeit folgt Ihren Entscheidungen – und wie viel denen eines anderen?
Zeigt im Terminkalender, wieviel Initiative Ihnen bleibt. Ist die Tendenz über Quartale fallend, geben Sie sie ab.
- FormelInitiativ-Termine ÷ alle ohne Regeltermine
- ErhebungEine Kalenderwoche rückwärts
- TaktWöchentlich oder monatlich
So werden Kalendertermine ausgezählt — in drei Kategorien
Sie haben Anlass und Zeitpunkt bestimmt. Der Termin existiert, weil Sie ein Vorhaben voranbringen wollen.
Ausgelöst durch jemand anders: Eskalation, Anfrage, Gremienlauf, Krise, Zuarbeit, Vorstandswunsch.
Jour fixe, Team-Meeting, Steuerkreis, Einzelgespräche. Steht ohnehin im Kalender.
Die dritte Kategorie ist die Antwort auf die naheliegende Frage: Regeltermine zählen nicht als Initiative. Ein Jour fixe, den Sie vor zwei Jahren eingerichtet haben, läuft heute ohne Ihr Zutun. Formal ist er Ihre Initiative, tatsächlich ist er jedoch nur Struktur.
Der Regelanteil ist dabei selbst eine Aussage, und oft die wichtigere: Liegt er über sechzig Prozent, ist die Frage nach der Initiative bereits beantwortet. Für Gestaltung ist dann kaum noch Platz.
Je Prinzip eine Zahl
Die fünf Kernkennzahlen
Jede ist einfach und in wenigen Minuten zu erheben — keine braucht ein System.
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1
Genau positionieren
Nein-Quote
Von allem, was im Quartal an Sie herangetragen wurde – wie viel haben Sie abgelehnt?
QuartalsweiseOhne „Nein“ zu sagen, wirkt keine Positionierung, sondern nur Ihre Kapazitätsgrenze.
Formel abgelehnt ÷ (angenommen + abgelehnt)
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2
Mit Einfluss führen
Delegations-Quote
Wie viele der Entscheidungen, die auf Ihrem Tisch landen, hätten eine Ebene tiefer getroffen werden können?
QuartalsweiseEin hoher Anteil delegationsfähiger Aufgaben heißt: Sie sind der Engpass, nicht Ihre Leute.
Formel delegierbar ÷ alle an Sie herangetragenen Entscheidungen
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3
Das richtige Timing
Timing-Quote
Ihre letzten zehn größeren Entscheidungen: War der Zeitpunkt zu früh, richtig, zu spät – oder hat sich die Sache durch Zeitablauf erledigt?
QuartalsweiseNicht die Anzahl Ihrer richtigen Entscheidungs-Timings zählt, sondern die Tendenz bei Abweichung.
Formel „richtig“ ÷ 10 — wichtiger ist die Richtung der Fehler
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4
Durch Koexistenz gewinnen
Konflikt-Quote
Von den Auseinandersetzungen, die Sie im letzten Halbjahr geführt haben – bei wie vielen hat sich Ihre Lage danach verbessert?
HalbjährlichDer Anteil gewonnener Konflikte, der Ihre Situation wirklich verbesserte, ist meist kleiner als erwartet.
Formel verbessert ÷ geführt
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5
Flexibel bleiben
Stopp-Quote
Von allem, was in den letzten zwölf Monaten vorzeitig endete – wie viel davon haben Sie entschieden?
HalbjährlichWelchen Anteil haben Sie bei Entscheidungen zu vorzeitig beendeten Vorhaben und wieviel „versandet“ einfach nur?
Formel aktiv gestoppt ÷ (aktiv gestoppt + versandet)
Zu jeder dieser fünf Kennzahlen gehört im vollständigen Werkzeugkasten eine ergänzende Beobachtung — zusammen zwölf Kennzahlen, drei davon objektiv erhebbar. Sie sind Teil des Workshops.
Ehrlich gesagt
Was diese Kennzahlen
nicht können.
- Sie messen Ihr Verhalten, nicht das Ergebnis. Ob die Organisation dadurch besser dasteht, sagt keine von ihnen.
- Die meisten beruhen auf Selbsteinschätzung. Sie sind Beobachtungen, keine Messwerte.
- Jede lässt sich frisieren: die Nein-Quote durch Ablehnen von Belanglosem, die Stopp-Quote durch Kleinkram, die Sente-Quote durch großzügige Auslegung des Wortes Initiative.
- Es gibt keinen Vergleichswert und keine Branchennorm. Verglichen wird nur mit den eigenen, vorherigen Werten und dem eigenen Anspruch — die Tendenz des Werteverlaufs ist aussagekräftig.
- Sie ersetzen kein Urteil - stellen es jedoch auf die Probe.
Wer eine dieser Kennzahlen berichten muss, wird sie erfüllen.
Deshalb gehören diese Kennzahlen der Führungskraft, die sie erhebt, und niemandem sonst. Seien Sie ehrlich mit sich selbst — dann werden Ihnen diese Kennzahlen helfen, die Initiative zu behalten.
Woher das kommt
Die Kennzahlen gehören zum Sente-Modell.
Ohne Zuordnung zu den Prinzipien sind sie nur Zahlen.
Jede dieser Zahlen prüft ein Prinzip: ob Sie sich in Ihrer Entscheidung wirklich sicher sind, ob Ihre Rahmenbedingungen auch ohne Sie funktionieren, ob der Zeitpunkt passte, ob der geführte Konflikt etwas verändert hat, ob Sie beendet haben oder etwas nur "versandet" ist. Wer die Prinzipien kennt, versteht auch, was eine fallende Quote für das eigene Führungsverhalten bedeutet.