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Über mich

Michael Tiegelkamp

35 Jahre Führung in globalen Unternehmen. Leiter Produktmanagement, Entwicklungsleiter, dann CTO. Seit 2020 auf der anderen Seite des Tisches — als Berater, Coach und Trainer.

Eine meiner Partien von 2024, die ich als Weiß mit 5 schwarzen Gefangenen knapp gewann.
Michael Tiegelkamp
Dipl.-Inform. Michael Tiegelkamp tie.consult
  • RollenLeiter Produktmanagement & R&D · CTO
  • Beratung seit2020
  • Organisationen begleitet10+
  • Trainings gehalten25+
  • SprachenDeutsch · Englisch

Ich habe Entwicklungsorganisationen von innen geführt, bevor ich angefangen habe, sie zu beraten. Diese Reihenfolge ist mir wichtig: Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn eine Roadmap kippt, ein Team auseinanderläuft oder eine Transformation am Festhalten eingefahrener Verhaltensmuster und mangelnder Führung scheitert.

Was ich mitbringe

Über 35 Jahre Führungserfahrung in international aufgestellten Unternehmen, zuletzt als Entwicklungsleiter und CTO. In dieser Zeit habe ich mehr als zehn R&D-Organisationen und die dazugehörigen Prozesse nachhaltig optimiert — nicht durch Reorganisation auf dem Papier, sondern durch Arbeit an Entscheidungen, Rollen und Zusammenarbeit.

Seit über fünfzehn Jahren arbeite ich daran, Unternehmen agil zu machen. Ich habe dabei erfahren, dass „Agile“ als Etikett tot ist — die agile Arbeitsweise dagegen notwendig und sehr lebendig, wenn Führung sie ernst nimmt statt sie zu delegieren.

Warum ich Go im Geschäft verwende

Go ist ein über 2.500 Jahre altes asiatisches Brettspiel mit sehr einfachen Regeln und einer strategischen Tiefe, die Raum für unbegrenzte Kreativität und Intuition bietet. Es wird auch heute noch von Strategen und Führungspersönlichkeiten sehr geschätzt und sogar explizit in Unternehmen gefordert, weil es genau jene Fähigkeiten trainiert, die auch in verantwortlichen Rollen gebraucht werden: strategisches Denken, Konzentration, Selbstdisziplin, Umgang mit Unsicherheit, flexibles Reagieren und die Fähigkeit, Konflikte nicht frontal, sondern intelligent zu lösen.
Ich spiele es bereits seit vielen Jahren — und irgendwann wurde mir klar, dass ich am Spielbrett dieselben Fragen stelle wie in der Führungsarbeit: Wo positioniere ich mich? Was ist gerade groß, was eher unwichtig? Wann gebe ich einen Gewinn auf, um woanders mehr zu erreichen? Muss ich um jeden Preis immer kämpfen oder ist das Risiko oft zu groß?

Aus 35 Jahren Führung und vielen Jahren am Go-Brett ist daraus das Sente-Modell entstanden — mit fünf grundlegenden Führungsprinzipien, die inzwischen den roten Faden meiner Arbeit bilden: in der Beratung, im Coaching, im Workshop.

Arbeitsweise

  • Erst zuhören und verstehen, dann strukturieren und Lösungen finden.
  • Ehrlich vor gefällig — auch wenn die Standortbestimmung unbequem ausfällt.
  • An der Sache, nicht am Vokabular. Frameworks sind Werkzeug, nicht Ziel.
  • Wirkung vor Aktivität: Eine gute Entscheidung pro Woche schlägt fünf hektische.

Eine Beobachtung

Die Go-Spielstärke und
die Karriere.

Seit 2006 wird meine Go-Spielstärke online aufgezeichnet — Partie für Partie, in der hier gezeigten Grafik siebzehn Jahre lang. Als ich die Kurve irgendwann neben meinen Lebenslauf legte, sah ich etwas, das ich nicht erwartet hatte.

Verlauf meiner Go-Spielstärke von 2006 bis 2022, von 18 kyu auf etwa 5 bis 7 kyu. Sechs markierte Zeitpunkte kennzeichnen berufliche Veränderungen in Positionen mit größerer Verantwortung.
Spielstärke auf dragongoserver.net, 2006–2022. Die sechs Marken kennzeichnen berufliche Veränderungen in Positionen mit größerer Verantwortung.

Ich startete 2006 mit etwa 18 kyu. Die Kurve zackt, wie sie muss: Wer gewinnt, steigt, wer verliert, fällt. Über die Jahre geht sie aufwärts — bis auf etwa 5 bis 7 kyu heute.

Die sechs Marken sind meine beruflichen Veränderungen in Positionen mit größerer Verantwortung. An jeder von ihnen zieht die Kurve an. In den Phasen, in denen mich der Beruf am stärksten forderte — neue Rolle, neues Team, neue Strategie —, wurde ich also auch am Spielfeld besser!

Ich behaupte nicht, dass das eine das andere beweist. Sechs Punkte auf einer Kurve sind kein Nachweis, und wer beides gleichzeitig intensiv betreibt, findet leicht ein Muster. Was ich sagen kann, ist das, was ich erlebt habe: In beiden Welten wird dasselbe Denken trainiert — Lage lesen, Prioritäten setzen, sich in den anderen hineinversetzen, Muster erkennen, verlorene Positionen loslassen.

Und was mir dabei die Zuversicht gibt, es weiterzugeben: Man muss nicht früh anfangen. Die Besten lernen Go mit fünf. Ich kam mit knapp dreißig dazu, am Ende des Informatikstudiums — ohne Internet, ohne Lehrer, mit einem Pappbrett, Plastiksteinen und trockenen Büchern aus der Bibliothek. Ich wusste nicht einmal, dass man auf kleinen Brettern anfangen sollte.

Mit vierzig fand ich einen Spieleabend in Nürnberg, wo erfahrene Spieler mir halfen, und begann, Turniere zu spielen. Heute bin ich ein solider Amateur — und bringe das Spiel anderen bei. Was man mit dreißig oder vierzig noch lernen kann, kann man mit fünfzig auch noch lernen.